Thementag Digitale Schule - Schule der Zukunft

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Smartphone, Tablet, Computer und Internet beeinflussen Arbeit und Alltag immer mehr. Das hat Folgen auch für die Schule. Der Bund gibt Milliarden für den Bildungs-Digitalpakt. Die Debatte zu dessen Umsetzung ist im Gange.

Schwerin/Neubrandenburg (dpa/mv) - Bildungsministerin Birgit Hesse erwartet rund 70 Millionen Euro aus dem Bildungs-Digitalpakt des Bundes für Mecklenburg-Vorpommern. «Doch längst nicht alles wird in den Kauf von Rollcontainern mit Tablets fließen», betonte sie. Digitalisierung im Unterricht lasse sich nicht auf die technische Ausstattung der Schulen reduzieren, sondern schließe unter anderem auch die Qualifizierung von Lehrerinnen und Lehrern ein.  Denn die Nutzung der neuen Medien erfasse alle Fachbereiche, erklärte die Ministerin. Auf der zweitägigen Konferenz des Landeselternrats in Neubrandenburg am 3./4. Mai 2018 hat Ministerin Hesse über die Pläne zur Digitalisierung im Unterricht informiert.

Bei der Umsetzung des zunächst auf fünf Jahre angelegten Schul-Digitalisierungspakts sieht die Ministerin Land, Schulen und Schulträger gleichermaßen in der Pflicht. In den neuen Rahmenplänen, die das Ministerium erarbeitet hat, würden klare Ziele formuliert mit Unterrichtsbeispielen und Verweisen auf nutzbare Software. Die Abstimmung dazu mit den Fachverbänden laufe. Ministerin Hesse erwartet von den neuen Plänen neben Orientierung auch Entlastung für die Lehrerinnen und Lehrer, deren Motivation und Freude am Beruf entscheidend sei für den Erfolg.

«Wir erleben einen Wandel an den Schulen. Die Vermittlung von Kompetenzen erhält mehr Gewicht, die individualisierte Förderung nach Stärken und Schwächen nimmt zu. Und die Digitalisierung ermöglicht dafür neue Lernformen, die an einer ganzen Reihe von Schulen im Land auch schon genutzt werden», konstatierte die Ministerin. Opposition, Elternvertreter und Lehrerverbände hatten allerdings immer wieder die unterschiedliche Internet-Anbindung und Ausstattung der Schulen und die damit einhergehenden Qualitätsunterschiede bemängelt.

Ziel der Landesregierung sei es, dass jedes Kind, das 2018 in die Schule kommt, in seiner Schullaufbahn eine umfassende Medienbildung erhält und damit geschult ist im Umgang mit den neuen Medien beim Wissenserwerb und im Alltag. Das an 21 Modellschulen existierende Fach Informatik und Medienbildung werde flächendeckend eingeführt, sagte Ministerin Hesse. Aufgabe aller Schulen sei es, Medienbildungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Diese seien Basis für die Umsetzung des Digitalpakts, für den der Bund insgesamt 3,5 Milliarden Euro bereitstellen wolle.

Doch sei die Weiterleitung der Mittel an Bedingungen geknüpft. «Geld fließt nur, wenn sich die Schulen in die Gesamtstrategie einbetten und ihr Bestand auch für die Zukunft gesichert ist», machte die Ministerin deutlich. Sie erwarte einen «gesunden Wettbewerb» unter den Schulen, bei dem jene im Vorteil seien, die klare Profile ausbildeten und
damit Alleinstellungsmerkmale aufwiesen.

«Doch bedeutet Digitalisierung nicht den Verzicht auf Kenntnisse und auf Lernen», betonte Hesse. Geschichtsdaten und Gedichte müssten auch künftig auswendig gelernt, Kopfrechnen und Schreiben geübt werden. Das sei nachgewiesenermaßen gerade in jungen Jahren wichtig für die Ausbildung von Gehirnstrukturen und damit auch für die
Persönlichkeitsentwicklung. «Bei uns steht Pädagogik vor Technik», betonte die Ministerin.

Dem pflichtet der Landeselternrat bei: «Mit Geld und Technik ist es nicht getan. Viele Schulen haben auch mit geringen Mitteln und großem persönlichen Einsatz schon eine Menge erreicht. Davon können andere lernen. Der Austausch ist daher enorm wichtig», begründete Czerwinski die Initiative zu der Konferenz. Wie der Elternrat spreche sich auch der Schülerrat des Landes für einheitliche Standards bei der Digitalisierung an Schulen aus. «Nicht jeder muss das Rad neu erfinden. Wir brauchen eine Blaupause für Mecklenburg-Vorpommern», erklärte Czerwinski.

(Autor: Frank Pfaff/DPA)

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