Berufs- und Studienorientierung

BERUFSORIENTIERUNG

fotolia
fotolia

Eltern und andere Sorgeberechtigte sind in Fragen der Berufs- und Studienorientierung die wichtigsten Ansprechpartner und Unterstützer der Kinder. Der Informationsaustausch, die Beratung und die Beteiligung der Sorgeberechtigten tragen wesentlich zum Erfolg einer gelingenden Berufsorientierung bei. Eine enge Zusammenarbeit von Schule, Sorgeberechtigten, Kindern und externen Partnern ist im Sinne der Chancengerechtigkeit der Kinder unerlässlich.

Verwaltungsvorschrift: Berufs- und Studienorientierung an allgemein bildenden und beruflichen Schulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern, gültig ab 01.08.2017

Formen der Berufsorientierung

Unterrichtsfach "Arbeit-Wirtschaft-Technik und Informatik"

Die Schülerinnen und Schüler lernen in diesem Fach, entsprechend ihrer persönlichen Voraussetzungen und beruflicher Anforderungen einen Weg in das Berufsleben zu finden. Dazu gehört unter anderem,  Ausbildungs- und Beschäftigungssysteme,  Arbeits- und Wirtschaftsprozesse sowie  Bewerbungsverfahren kennenzulernen.

Schülerbetriebspraktikum

Das Schülerbetriebspraktikum ermöglicht den Kindern eigene Arbeitserfahrungen. Es findet in allgemein bildenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 8 und verteilt auf mindestens zwei Jahrgangsstufen statt. Das Praktikum umfasst 25 Werktage. Davon sind 5 Tage im Block durchzuführen. Nach regionaler Möglichkeit sollten 5 Tage als Sozialpraktikum in sozialen oder erzieherischen Einrichtungen umgesetzt werden. Eine Vor- und Nachbereitung, eventuell gemeinsam mit Eltern und externen Partnern, findet im Unterricht statt.

Praxislernen

Das Praxislernen ist ein fachübergreifendes Unterrichtsprinzip. Hierbei werden in den Unterrichtsfächern lebens- und praxisnahe Aufgaben bearbeitet.
Mathematik, Deutsch oder Englisch können auch an einem außerschulischen Lernort, zum Beispiel in Betrieben, gelernt werden. Schulen können dies zum Beispiel mit einem regelmäßig geplanten Praxislerntag umsetzen, der 14-tägig oder wöchentlich stattfindet. An diesem Praxislerntag wird der schulische Lernstoff in der Praxis erlernt, angewendet oder gefestigt.

Potenzialanalyse

Eine Potenzialanalyse ist ein Verfahren, mit dem fachliche und überfachliche (berufswahlrelevante) Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler festgestellt werden. Sie kann dabei helfen, die eigenen Stärken und Verbesserungspotenziale bezogen auf schulische Leistungen und berufliche Perspektiven herauszufinden. In Mecklenburg-Vorpommern werden Potenzialanalysen an einigen Schulen durch außerschulische Expertinnen und Experten durchgeführt. Finanziert werden diese durch den Bund.

Außerunterrichtliche Projekte

Dazu gehören z. B. Betriebs- und Berufserkundungen, Teilnahme an Berufsinformationsmessen, Besuch von Berufsinformationszentren, Praxislerntage, Schnuppertage in Betrieben und an Hochschulen, Expertinnen und Experten im Unterricht, Schülerlabore, Juniorstudium, Sommerakademie und Kinderuni.

Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit

Die Berufsberaterinnen und -berater der Agenturen für Arbeit stellen sich den Schülerinnen und Schülern vor und gestalten mindestens einen Elternabend mit. Sie stehen regelmäßig für Beratungsgespräche an der Schule zur Verfügung. Einrichtungen der Agenturen für Arbeit wie das  Berufsinformationszentrum (BIZ) werden regelmäßig durch die Schulen genutzt. Die Internetplattform www.planet-beruf.de stellt alle Informationen, inklusive Berufswahltest und Ausbildungsplatzsuche zur Verfügung.

Aktionstage für Mädchen und Jungen

Das Berufswahlverhalten der Jugendlichen wird oftmals von tradierten Rollenbildern geprägt. Um ihnen ein breiteres Berufswahlspektrum nahezubringen, ist jede weiterführende Schule aufgerufen, am Girls‘ Day Mädchen Zukunftstag und am JungsTag MV teilzunehmen. Nehmen Mädchen oder Jungen an den jeweiligen Aktionstagen außerhalb der Schule an Veranstaltungen in Unternehmen teil oder schnuppern einfach mal in den Betriebsablauf hinein, so sind sie bei entsprechender Kenntnis der Schule davon über die Schule versichert. An diesen beiden Aktionstagen im Schuljahr können sich Eltern und Sorgeberechtigte nach ihren Möglichkeiten einbringen.

Schülerfirmen

Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, an ihrer Schule eine Schülerfirma zu gründen oder in eine bestehende Schülerfirma einzutreten. Bedingung dafür ist die Möglichkeit der Betreuung der Schülerfirma durch eine erwachsene Person. Dies kann eine Lehrkraft, ein Elternteil oder auch eine andere interessierte Person sein. Das Land stellt eine fachliche Beratung bei der Gründung und dem Betrieb von Schülerfirmen zur Verfügung.

Elternbeteiligung

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtiger Bestandteil der Berufsorientierung. Auf Elternabenden, in Gesprächen oder anderen Veranstaltungen wird – meist in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit - über berufliche Möglichkeiten informiert. Das schulische Berufsorientierungskonzept als Bestandteil des Schulprogramms wird in Zusammenarbeit mit Eltern (z. B. auf der Schulkonferenz) erarbeitet und an die aktuellen Bedarfe angepasst.

Berufswahlpass

Alle Aktivitäten und Erfahrungen in der Berufsorientierung werden im „Berufswahlpass“ festgehalten. Dieser dient somit als Anregung für Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern, wie sie sich weiter mit dem Thema beschäftigen können und alsGrundlage der weiteren Berufsplanung.

Berufswahl-SIEGEL MV

Schulen haben die Möglichkeit, mit dem „Berufswahl-SIEGEL MV “ ihre Berufsorientierung externen Expertinnen und Experten vorzustellen und weiterzuentwickeln. Viele unserer Schulen wurden bereits als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ ausgezeichnet und haben das „Berufswahl-SIEGEL“ erhalten.

Weiterentwicklung der Berufsorientierung

Zur Weiterentwicklung des Übergangs von der Schule in den Beruf wurde im Bündnis für Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit am 26.05.2014 ein Landeskonzept verabschiedet. Bestandteil dieses Konzeptes ist auch die Weiterentwicklung der schulischen Berufsorientierung in Abstimmung mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Eltern und Sorgeberechtigten. Ziel ist es, alle Jugendlichen frühzeitig und mit Blick auf die individuellen geschlechterspezifischen Bedürfnisse strukturiert und systematisch auf dem Weg der Berufswahl zu begleiten. Dazu ist die schrittweise Umsetzung und Erprobung einzelner Maßnahmen in einem Modellvorhaben angedacht. Dabei werden sowohl die mit hohem Engagement und Erfolg an Schulen umgesetzten Konzepte der Berufsorientierung berücksichtigt als auch Neues erprobt. 

Landeskonzept für den Übergang von der Schule in den Beruf

STUDIENORIENTIERUNG

fotolia
fotolia

Die Studienorientierung ist eine wichtige Aufgabe im gymnasialen Bildungsgang. Sie erfolgt in gemeinsamer Verantwortung aller Lehrkräfte und Fächer, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten, den Fachkräften für Schulsozialarbeit und anderen Partnern. Jede weiterführende Schule hat eine Kontaktlehrkraft, die die Berufs- und Studienorientierung an der Schule koordiniert. Diese Lehrkraft ist Ansprechpartner und Berater für Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und Partner. Maßgebend für die Gestaltung der Berufs- und Studienorientierung ist die Richtlinie zur Berufsorientierung an allgemein bildenden und beruflichen Schulen vom 14.09. 2011.

Verwaltungsvorschrift: Berufs- und Studienorientierung an allgemein bildenden und beruflichen Schulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern, gültig ab 01.08.2017

Formen der Studienorientierung

Wahlpflichtfach "Studienorientierung"

In diesem Wahlpflichtfach, das in der Jahrgangsstufe 10 im Umfang von einer Jahreswochenstunde gegeben wird, erfolgt eine grundlegende Studienorientierung. Dazu zählen z. B. die Nutzung von Studienwahltests und der Besuch von Hochschulinformationstagen oder –messen. Die Teilnahme ist für alle Schülerinnen und Schüler des gymnasialen Bildungsganges verpflichtend. Eine Leistungsbewertung findet statt.

Schülerbetriebspraktikum

Auch für Schülerinnen und Schüler, die studieren wollen, sind eigene Arbeitserfahrungen sinnvoll. Sie erweitern das Verständnis für die Berufswelt nach dem Studium und erleichtern die spätere Berufswahl. Das Schülerbetriebspraktikum findet in allgemein bildenden Schulen ab Klasse 8 statt und ist auf mindestens zwei Jahrgangsstufen verteilt. Es kann in unterschiedlichen Formen durchgeführt werden, wobei von den insgesamt 25 Arbeitstagen mindestens fünf Arbeitstage im Block durchzuführen sind. Nach regionaler Möglichkeit sollten 5 Tage als Sozialpraktikum in sozialen oder erzieherischen Einrichtungen umgesetzt werden.

Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit

Die Studienberaterinnen und -berater der Agenturen für Arbeit stellen sich den Schülerinnen und Schülern vor und gestalten mindestens einen Elternabend mit. Sie stehen regelmäßig für Beratungsgespräche an der Schule zur Verfügung. Einrichtungen der Agenturen für Arbeit wie das Berufsinformationszentrum (BIZ) werden regelmäßig durch die Schulen genutzt.

Aktionstage für Mädchen und Jungen

Das Berufswahlverhalten der Jugendlichen wird oftmals von tradierten Rollenbildern geprägt. Um ihnen ein breiteres Berufswahlspektrum nahezubringen, ist jede weiterführende Schule aufgerufen, am Girls‘ Day Mädchen Zukunftstag und am JungsTag MV teilzunehmen.

Schülerfirmen

Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, an ihrer Schule eine Schülerfirma zu gründen oder in eine bestehende Schülerfirma einzutreten. Bedingung dafür ist die Möglichkeit der Betreuung der Schülerfirma durch eine erwachsene Person. Dies kann eine Lehrkraft, ein Elternteil oder auch eine andere interessierte Person sein. Das Land stellt eine fachliche Beratung bei der Gründung und dem Betrieb von Schülerfirmen zur Verfügung.

Studieren mit Meerwert

Wer sich schon einmal informieren will, was man in Mecklenburg-Vorpommern alles studieren kann, der sollte sich unbedingt die Seite Studieren mit Meerwert ansehen. Es gibt mindestens 10 gute Gründe, in M-V zu studieren. So gibt es einmalige Studiengänge, Multikulti auf dem Campus, gute Betreuung und moderne Ausstattung und vieles mehr zu erkunden.

Wissenskarawane

Für Kinder und Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, die Spaß an Wissenschaft, Technik und Forschung haben, bietet jährlich die WISSENSKARAWANE interessante Angebote. Das Motto lautet: Schüler werden Forscher.  Die Wissenkarawane zieht durch M-V und gibt Einblicke in Forschungseinrichtungen und Technologiezentren. Im nächsten Jahr gibt es wieder eine Wissenskarawane.

EINSTIEG Abi

Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im In- und Ausland sind auf der bundesweiten Abiturientenmesse EINSTIEG Abi zusammen getragen.

STUDIENKOMPASS

Der STUDIENKOMPASS hilft bei der Suche nach Antworten und bietet individuelle Unterstützung für Jugendliche, die als Erste in ihrer Familie ein Studium aufnehmen möchten. Schülerinnen und Schüler, die ihr  Abitur machen und deren Eltern nicht studiert haben, können sich in jedem Jahr für ein Unterstützungsprogramm auf dem Weg zum richtigen Studium bewerben.