EU-Förderung

in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern wurde für die Förderperiode 2014 bis 2020 als Übergangsregion der mittleren von drei Förderstufen der Europäischen Union eingestuft. Damit wird die positive Entwicklung im Land während der vorangegangenen Förderperiode sichtbar, als sich Mecklenburg-Vorpommern im europäischen Vergleich noch auf der Ebene der am wenigsten entwickelten Regionen befand. Von 2014 bis 2020 stehen Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 2,289 Milliarden EURO Fördermittel zur Verfügung, und zwar aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Europäischer Sozialfonds in der Förderperiode 2014 - 2020

Wofür wird der Europäische Sozialfonds in MV eingesetzt?

Der Einsatz des Europäischen Sozialfonds zielt schwerpunktmäßig darauf ab, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes zu unterstützen, mehr attraktive und werthaltige Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und Männer zu schaffen, die soziale Teilhabe zu stärken und so zum Leitziel des Landes beizutragen, die Zukunft aus eigener Kraft zu gestalten. Dies beinhaltet Investitionen in die schulische Bildung, die berufliche Ausbildung und Weiterbildung zur Entwicklung von Wissen und Innovation im Land. Gleichzeitig sollen Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf neue Zugänge zu Bildung und Arbeit eröffnet und damit Armutsrisiken reduziert werden. Von 2014 bis 2020 erhält Mecklenburg-Vorpommern 384,6 Millionen Euro aus dem ESF.

Welche Schwerpunkte gibt es im schulischen Bereich in der ESF-Förderperiode 2014 - 2020?

Einer der drei Schwerpunktbereiche, die in der Förderperiode 2014 bis 2020 mit rund 39% der ESF-Mittel unterstützt werden, ist die Investition in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung für Kompetenzen und lebenslanges Lernen. Im Mittelpunkt stehen zum einen Maßnahmen im Schulbereich, die im Rahmen des inklusiven Lernens möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnen sollen, Schulabschlüsse und die notwendigen Kompetenzen für eine spätere Berufsausbildung zu erwerben. Damit sollen die Schulabbrecherquote gesenkt und der Übergang in das Arbeitsleben erleichtert werden. Der ESF soll insbesondere die Einführung des inklusiven Schulsystems unterstützen. Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte und sonstiges Fachpersonal sollen Voraussetzungen für die Individualisierung von Lernprozessen und den Unterricht in heterogenen Lerngruppen schaffen, der die Kompetenzen der leistungsschwächeren Schüler/innen stärkt und gleichzeitig leistungsstärkere Schüler/innen optimal fördert.
Darüber hinaus werden Maßnahmen gefördert, um die Übergänge von der Schule in die Berufsausbildung zu verbessern und eine berufliche Ausbildung in hoher Qualität zu unterstützen. Auf diese Weise soll noch mehr jungen Menschen eine zukunftsorientierte Berufsausbildung ermöglicht werden.

ESF-geförderte Maßnahmen in der Schule

Vollzeitschulische Berufsausbildung

©Colourbox
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In Mecklenburg-Vorpommern bieten fünf berufliche Schulen eine vollzeitschulische Berufsausbildung zur Staatlich geprüften Sozialassistentin, zum Staatlich geprüften Sozialassistenten sowie zur Staatlich anerkannten Erzieherin oder zum Staatlich anerkannten Erzieher an. Die künftigen Arbeitsplätze der Ausgebildeten sind Kindertageseinrichtungen sowie Einrichtungen der Kindertagespflege von Ganztagsschulen.

Detailinformationen zur Maßnahme

Freiwilliges 10. Schuljahr

©Alexander Raths/shutterstock.com
©Alexander Raths/shutterstock.com

Zum bundesweit anerkannten Schulabschluss „Berufsreife“ durch ein freiwilliges 10. Schuljahr - diese Möglichkeit wird in ganz Mecklenburg-Vorpommern an ausgewählten Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen sowie zukünftig an ausgewählten Regionalen Schulen oder Gesamtschulen angeboten. Dieser Abschluss ist Mindestvoraussetzung für einen Ausbildungsplatz und erhöht die Chance auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Der Europäische Sozialfonds Plus und das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützen dieses Angebot.

Detailinformationen zur Maßnahme

Unterrichtsergänzende Maßnahmen

Das Ziel der unterrichtsergänzenden Maßnahmen ist die individuelle Förderung von Schüle­rinnen und Schülern, um die Schulabgangszahlen mit dem Abschluss Be­rufsreife zu erhöhen. Schulen mit gehäuften Problemlagen ihrer Schülerschaft, deren prioritärer Unterstützungsbedarfe ganz wesentlich an Bedingungsfaktoren sozial deprivierter Lagen gekoppelt sind, sollen in dieser Zielsetzung eine besondere Stärkung erfahren. Im Schuljahr 2022/2023 beginnend werden insgesamt 33 unterstützende pädagogische Fachkräfte (upF) an 33 Brennpunktschulen über 6 Jahre gefördert.

Zu den unterrichtsergänzenden Maßnahmen

Außerschulische Berufsorientierungsmaßnahmen (BOM)

Das Land und die Arbeitsagenturen machen Schülerinnen und Schülern in Mecklenburg-Vorpommern viele zusätzliche Angebote, um die persönlichen Neigungen und Stärken zu erkennen. Für diese Angebote stehen landesseitig Mittel des Europäischen Sozialfonds Plus zur Verfügung.

Außerschulische Berufsorientierungsmaßnahmen (BOM)