Fachtag Grundschulmathematik

Ein Fortbildungsangebot für Mathematiklehrkräfte der Grundschule und Grundschullehramtsstudierende an der Universität Rostock

Am Samstag, d. 02.04.22 laden wir Sie herzlich zum Fachtag Grundschulmathematik ein!

Der digitale Fachtag in Kooperation mit der Universität Rostock soll in diesem Jahr erstmalig durchgeführt werden.

Gemeinsames Ziel ist es, die Themen Lehreraus- und -fortbildung zusammenzubringen, Theorie, Forschung und Praxis miteinander zu verknüpfen und den Kontakt zwischen Lehramtsstudierenden und praktizierenden Lehrkräften herzustellen.

Der Fachtag besteht insgesamt aus zwei Hauptvorträgen und acht Workshops. Das unkomplizierte Onlineformat ermöglicht es, dass Sie ganz frei bestimmen können, in welchem Umfang Sie teilnehmen wollen.

Nachfolgend erhalten Sie Informationen zu den Vorträgen und den entsprechenden Workshops. Sie können zum jeweiligen Vortrag einen der vier angebotenen Workshops wählen.

Wir freuen uns auf Sie und wünschen Ihnen viel Spaß beim Fachtag!

Anmeldeschluss ist am 27.03.22.

Fachtag Teil 1: 9:00 - 12:15 Uhr

9:00 - 10:30 Uhr: Dr. Axel Schulz "Diagnose im Mathematikunterricht – Chancen und Herausforderungen"

Die angemessene und individuelle Unterstützung von Schülerinnen und Schülern beim Mathematiklernen ist Aufgabe der Schule – und zugleich ist dies aber auch eine große Herausforderung für die Lehrkräfte, unter anderem wegen der großen Heterogenität der Klassen. Damit diese Unterstützung inhaltlich gelingen kann, ist eine ziel-, prozess- und kompetenzorientierten Diagnose notwendig, auf deren Grundlage Handlungsoptionen für den (Förder-) Unterricht abgeleitet werden können. Im Online-Vortrag werden anhand von Beispielen verschiedene Möglichkeiten der Diagnose vorgestellt und auf ihren Nutzen für die Weiterarbeit mit den Kindern geprüft.

10:45 - 12:15 Uhr: Workshop mit Dr. Axel Schulz "Gute Aufgaben im Mathematikunterricht der Grundschule – Merkmale und Beispiele"

Was sind schon „Gute Aufgaben“? Im Workshop soll genau dieser Frage nachgegangen werden. Anhand von Beispielen für verschiedene Schuljahre soll gezeigt werden, dass gute Aufgaben offen sind für Darstellungswechsel, für verschiedene Bearbeitungsniveaus, für Variationen der Aufgabenstellung und für gehaltvolle Kommunikation über mathematische Inhalte – all dies mit dem Ziel, die Aufgaben auch in leistungsheterogenen Klassen einsetzen zu können.

10:45 - 12:15 Uhr: Workshop mit Donatus Coerdt – Tangram – Ein motivierendes Material zur aktiv-handelnden und differenzierten Auseinandersetzung in allen Jahrgängen der Grundschule

In diesem Workshop folgt auf eine Einführung in das Thema Tangram eine kurze Verortung im Lehrplan und den Bildungsstandards. Der Schwerpunkt des Workshops ist die aktive Auseinandersetzung und jahrgangsgebundene (Grob-)Planung einer Unterrichtseinheit zum differenzierten Umgang mit Tangram-Material. Im Sinne eines Spiralcurriculums werden dafür zunächst gemeinsam für jeden Jahrgang altersgemäße Umsetzungsideen gesammelt/vorgestellt. Eine abschließende Präsentation der konkreten Unterrichtsvorhaben sichert allen Teilnehmenden ein jahrgangsumfassendes Repertoire zum Thema Tangram, was unmittelbar für die eigene Unterrichtspraxis genutzt werden kann.

10:45 - 12:15: Workshop mit Dr. Henning Sievert – Wieviel flexibles Rechnen steckt in meinem Mathebuch? Die Beurteilung der Strategiedarstellung im Schulbuch

Schulbücher gehören nach wie vor zu den meistgenutzten Medien im Mathematikunterricht. Unter anderem für die flexible Strategienutzung der Lernenden haben empirische Untersuchungen gezeigt, dass die Lerngelegenheiten im Schulbuch eine wichtige Rolle spielen. Im Workshop wird erarbeitet und geübt, wie sich die Qualität der Darstellung von Rechenstrategien im Schulbuch einschätzen lässt, was dabei bedeutsam für die Entwicklung des geschickten Rechnens ist und wie sich daraus ein adäquater Umgang mit dem eigenen Schulbuch ableiten lässt. 

10:45 -12:15 Uhr: Workshop mit Sebastian Fricke – Apps für den Geometrieunterricht der Grundschule

In diesem Workshop werden verschiedene Apple-iPad Apps vorgestellt und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst erprobt, die sich für den Einsatz im Geometrieunterricht eignen. Es werden gemeinsam für die verschiedenen Apps konkrete Unterrichtsideen erarbeitet und diskutiert. 

Fachtag Teil 2: 13:30 - 16:45 Uhr

13:30 - 15:00 Uhr: Abstract von Prof. Dr. Katja Eilerts – Digitale Medien im Mathematikunterricht der Grundschule

Ausgehend von den Fragen zur Mündigkeit in der digitalen Welt

  • Warum sollen Kinder in der Grundschule digital unterstützt Mathematik lernen?
  • Welche Potentiale können digital unterstützte Lernumgebungen im Vergleich zu analogen Lernumgebungen beinhalten?
  • Wie können sinnvolle digitale Lerngegenstände erkannt und im Unterricht implementiert sowie integriert werden?

Es sollen Möglichkeiten und Grenzen des sinnvollen Einsatzes digitaler Unterstützung bilanziert werden. Dabei spannen wir den Bogen zur Betrachtung digital unterstützter Lernumgebungen (z.B. mit digital unterstützenden Elemente wie Apps, Roboter und Microcontroller), mit denen beispielsweise die Grenzen und Herausforderungen analogen Lernens erweitert und bewältigt werden     können. 

15:15 - 16:45 Uhr: Workshop mit Steffen Dingemanns – Fordern im Mathematikunterricht

„… und was mache ich mit den leistungsstarken Kindern?“ 

Zur Beantwortung dieser Frage verfolgt dieser Workshop zwei zentrale Ansätze, um leistungsstarke Kinder am gemeinsamen Lerngegenstand kognitiv zu aktivieren und entsprechend zu fordern. Der erste Ansatz befasst sich mit substantiellen Aufgabenformaten, während der zweite Ansatz den Blick auf alltägliche und unspezifische Aufgaben richtet. An exemplarischen Inhalten werden Aufgabenstellungen und Kriterien für eine Differenzierung nach oben herausgearbeitet, die auf andere Situationen adaptiert werden können. Ziel des Workshops ist die Entwicklung eines Kriterienkatalogs, der langfristig und kontinuierlich im schulischen Alltag aller Jahrgangsstufen zum Einsatz kommen kann.

15:15 - 16:45 Uhr: Workshop mit Dr. Stefan Rollnik – Problemlösen im Mathematikunterricht

In diesem Workshop geht es um Problemlöseaufgaben. 

An Aufgaben, für die Sekundarstufenschülern Lösungsverfahren zur Verfügung stehen, die Grundschülern unbekannt sind, werden wir Problemlösestrategien erarbeiten, die für die Grundschule geeignet sind.

15:15 - 16:45 Uhr: Workshop mit Prof. Dr. Katja Eilerts – Algorithmen und Programmieren im Mathematikunterricht der Grundschule

Ausgehend von den Grundlagen eines zeitgemäßen Medieneinsatzes im Mathematik-unterricht wird der Bogen zur Betrachtung digital unterstützter Lernumgebungen mit den Schwerpunkten Algorithmen, Programmieren und Roboter gespannt. Dieser Workshop stellt im Sinne von Good-Practice Beispielen einen Ausschnitt der Arbeitsergebnisse aus dem math.media.lab der Humboldt-Universität zu Berlin vor. Dabei werden neben Anknüpfungspunkten zwischen den 21st-century skills und den Kompetenzanforderungen der Bildungsstandards auch der exemplarische Einsatz von Dash, WeDo und Scratch im Bereich der Förderung des räumlichen Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögens aufgezeigt.

15:15 - 16:45 Uhr: Workshop mit Dr. Jessica Hoth – Schätzen von Längen im Mathematikunterricht der Grundschule: vielfältige Schätzaufgaben, effiziente Schätzstrategien und präzise Schätzergebnisse

Das Schätzen von Längen ist eine Fähigkeit, die in vielen Situationen unseres Lebens relevant wird und entsprechend in den Bildungszielen national wie international Berücksichtigung findet. In dem Workshop sprechen wir über gute Schätzaufgaben, die Strategien, auf die die Kinder in ihren Schätzungen zurückgreifen können, und wie der Unterricht gestaltet sein kann, damit Schülerinnen und Schüler Längen möglichst genau schätzen.

Nina Erbach

Institut für Qualitätsentwicklung M-V
Regionalbeauftragte

Tel.: 0381 7000 9603
E-Mail: n.erbach@iq.bm.mv-regierung.de