Schülerprojekt "Die Kinder der toten Stadt"

04.09.2020

Musikdrama gegen das Vergessen

Das erfolgreiche und vom Bundesfamilienministerium geförderte Schultheater- und Musikprojekt „Die Kinder der toten Stadt" bietet eine unkomplizierte und flexible Möglichkeit, auch in den organisatorisch nicht einfachen Zeiten nach dem Lockdown das sensible Unterrichtsthema Holocaust mit Schülerinnen und Schülern didaktisch aufzubereiten. 

Im Zentrum steht das Musikdrama selbst, das sich zum einen als Themenquelle anbietet, sich zum anderen als reduzierte konzertante Form im Rahmen der Fächer Darstellendes Spiel, Musik, Geschichte und Ethik mit Jugendlichen entwickeln lässt.

„Die Kinder der toten Stadt" handelt von den Kindern im Ghetto Theresienstadt. Das Stück basiert auf einer wahren Begebenheit. Es ist inspiriert von den letzten Tagen des Komponisten Hans Krása, der 1944 in Theresienstadt den Befehl erhielt, mit den dort ebenso gefangenen Kindern seine Kinderoper „Brundibar“ zur Aufführung zu bringen. Die NS-Führung nutzte diese Aufführung für einen Propagandafilm und als „Vorzeigeprojekt“ bei einer Lagerbesichtigung durch das Internationale Rote Kreuz. Theresiestadt sollte als „ganz normale Stadt“ inszeniert werden. Doch der schrecklichen Wirklichkeit entsprach nichts von dem. Direkt nach der Besichtigung wurden alle an der Aufführung Mitwirkenden nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ihnen ist das Musikstück gewidmet.

Das Stück schafft einen Rahmen für die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit jenen Kindern, denen damals der ganze Schrecken der NS-Herrschaft widerfahren ist und stellt somit eine Ergänzung für den Schulunterricht dar, der vor allem emotional statt kognitiv geprägt ist.

Seit der Uraufführung in Frankfurt am Main im April 2019 wurde das Stück mehrfach inszeniert. Mehrere Schulen in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen haben es einstudiert. Leider konnte die jüngste Inszenierung der IGS Krummhörn/Hinte im Juni wegen der Corona-Krise keine Premiere feiern. Die Aufführungen werden in das Jahr 2021 verlegt. 

Unterstützt wird „Die Kinder der toten Stadt" unter anderem von Schirmherrin Iris Berben, der Zeitzeugin Edith Erbrich und dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland, Dr. Felix Klein.

Weitere Informationen zu "Die Kinder der toten Stadt"Pressevideo zur Uraufführung "Die Kinder der toten Stadt"