Berufsorientierung

Marco2811/Fotolia.com
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Liebe Schülerin, lieber Schüler,
nach Eurer Schulzeit kommt der große Schritt in das Berufsleben. Ihr werdet damit viele Dinge verbinden: Erwartungen, Hoffnungen – aber auch Unsicherheit, vielleicht sogar etwas Angst. Die Berufsorientierung in der Schule soll Euch dabei helfen, dass Eure Hoffnungen erfüllt werden und Ihr mit Selbstsicherheit Euren Weg geht.

Dabei ist die Berufsorientierung kein neues Unterrichtsfach oder Stoffgebiet. Vielmehr findet sich in jedem Thema auch ein wenig Berufsorientierung:

  • Was kann man mit dieser Mathe-Aufgabe anfangen, wozu brauche ich den Satz den Pythagoras im Berufsleben?
  • Wofür ist es wichtig, Konjunktiv I und II zu beherrschen?
  • Was bringt es, in Englisch Vokabeln zu pauken?

Neben den Anwendungsmöglichkeiten des in der Schule erworbenen Wissens geht es aber vor allen Dingen darum, mit Euch zusammen herauszufinden:

  • was Ihr besonders gut könnt und mögt,
  • in welchen Berufen Eure Fähigkeiten und Interessen wiederzufinden sind, also welche zu Euch passen und
  • welchen Weg Ihr gehen könnt oder müsst, um den von Euch gewünschten Beruf zu ergreifen.

Berufsorientierung ist also sehr umfangreich und kann ein wenig dauern. Vor allem aber gibt es keine Schablone, die jedem sagt, was er werden soll. Daher liegt das Finden Eures Traumberufes vor allem daran, wie sehr IHR Euch Gedanken macht, Euch engagiert und ausprobiert. Die wenigsten Menschen können sofort sagen, was sie einmal werden wollen. Die Beantwortung dieser Frage braucht Zeit – und wahrscheinlich einen Plan.

Macht Euch einen Plan!

marco2811: Fotolia.com
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EINSTIMMEN
Ziel: Beruf und Arbeit als wegweisenden Teil des Lebens begreifbar machen und damit Motivation zur Auseinandersetzung mit der Berufswahl schaffen.
Beispielfragen:

Wie will ich später leben?
Was benötige ich dazu?
Wie gehören Arbeit und Leben zusammen?
Wie stelle ich mir berufliche Zufriedenheit, Karriere und Einkommen vor?

ERKUNDEN
Ziel: Die eigene Person kennen lernen und herausfinden, in welchen Berufen die Dinge, die einem Spaß machen, vorkommen. Sich selbst nächste Ziele stecken.
Beispielfragen:

Welche Interessen, Stärken und Fähigkeiten habe ich?
In welchem Verhältnis stehen meine Interessen zu Berufsbildern?
Wie sehen passende Berufsbilder und Bildungswege aus?
Welche konkreten Tätigkeiten gibt es in diesen Berufen?
Wo muss ich meine Fähigkeiten vielleicht noch verbessern?

ENTSCHEIDEN
Ziel: Verschiedene Möglichkeiten erkunden und ausprobieren, eigene Auswahl überprüfen, Negativentscheidungen zulassen und Alternativen erkunden.
Beispielfragen:

Welche Berufe kommen für mich in Frage?
Welche Karrierechancen bieten mir die einzelnen Berufe?
Welchen Bildungsweg (Ausbildung oder Studium) möchte ich einschlagen?
Was ist mein „Wunschberuf“ und meine Alternative?

ERREICHEN
Ziel: Ausbildungsvertrag/Immatrikulation
Beispielfragen:
Welche Ausbildungsbetriebe/Hochschulen gibt es?
Wie bewirbt man sich richtig?
Wie sieht ein Bewerbungsgespräch oder Assessment aus?
Wie gehe ich mit Rückschlägen um?

Möglichkeiten und Methoden der Berufsorientierung

Das Fach "Arbeit-Wirtschaft-Technik und Informatik"

Das Fach "Arbeit-Wirtschaft-Technik und Informatik" ist ein Leitfach für die Berufsorientierung. Eure Lehrerin oder Euer Lehrer werden hier mit Euch die ersten Schritte besprechen und Euch, zum Beispiel im Praktikum, begleiten. Scheut Euch aber nicht, auch andere Lehrerinnen und Lehrer anzusprechen.

Der Berufswahlpass

Der Berufswahlpass ist ein Ordner mit vielen Arbeitshilfen zur Feststellung der eigenen Interessen und Fähigkeiten und beruflichen Perspektiven. In ihm könnt Ihr außerdem Eure Erfahrungen festhalten und Zertifikate (zum Beispiel von Praktika) sammeln.

Schülerbetriebspraktikum

Das Schülerbetriebspraktikum ermöglicht Euch, eigene Erfahrungen in der Berufs- und Arbeitswelt zu sammeln und Berufe auszuprobieren. Das Praktikum hat insgesamt für alle Schuljahre zusammengerechnet einen Umfang von 25 Tagen. Eure Lehrerinnen und Lehrer besprechen das Praktikum im Vorfeld mit Euch und werten die Ergebnisse zusammen mit Euch aus.

Schülerfirmen

An vielen Schulen gibt es Schülerfirmen, also richtige kleine Unternehmen, die von Schülerinnen und Schülern gegründet und geführt werden. Vom Einkauf über die Produktherstellung bis zum Marketing und der Geschäftsführung: alles erfolgt durch Euch. Klar, dass man hier viel über Wirtschaft lernen, aber auch viel Spaß haben kann. Eine Lehrerin, ein Lehrer oder auch ein Elternvertreter helfen dabei.

Girls' Day und JungsTag MV

Am Girls´Day und JungsTag MV könnt Ihr direkt Unternehmen und Berufe kennenlernen, die euch vielleicht nicht sofort in den Sinn kommen, aber spannende Perspektiven bieten.

Kompetenz-/Potenzialanalyse

Bei einer Potenzialanalyse werden Euch Aufgaben gestellt, die Ihr allein oder im Team bewältigen müsst. Dabei beobachten Euch Expertinnen und Experten. In einem Auswertungsgespräch und entsprechenden Unterlagen erhaltet ihr Hinweise auf die eigenen Stärken und Verbesserungspotenziale bezogen auf schulische Leistungen und berufliche Perspektiven. In Mecklenburg-Vorpommern werden Potenzialanalysen an einigen Schulen durch außerschulische Expertinnen und Experten bei Bildungseinrichtungen durchgeführt.

Berufsberatung

Die Berufsberaterinnen und -berater der Agenturen für Arbeit stehen regelmäßig für Beratungsgespräche an der Schule zur Verfügung. Sie haben Kenntnisse über Berufsbilder und den Ausbildungsmarkt. Sie sind Experten darin, Euch zu passenden Berufen und beruflichen Perspektiven zu beraten.

Informationsangebote zur Berufsberatung

Die Internetplattform www.planet-beruf.de stellt alle Informationen über Berufe, einen Berufswahltest und eine Ausbildungsplatzsuche zur Verfügung.
Es gibt natürlich noch viel mehr Informationsmöglichkeiten, zum Beispiel die Seiten der Industrie- und Handelskammern oder der Handwerkskammern.
Für alle wichtigen Fragen lassen sich irgendwo Antworten finden, beim Finden Eurer eigenen Ziele und Wünsche müsst Ihr selbst aktiv werden, dabei helfen Euch Eure Eltern, Eure Freunde und natürlich Eure Lehrerinnen und Lehrer.

Thomas Bohn
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV

Tel: 0385 588 7512
E-Mail: T. Bohn@bm.mv-regierung.de

 

Andrea Göldner
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV

Tel.:  0385 588 7513
E-Mail: A.Göldner@bm.mv-regierung.de


nordbord
ist ein Club für technikinteres-sierte Kinder und Jugendliche. Er bietet ihnen exklusiven Zugang zu aufregenden Technik- und Forscherprojekten in ganz Norddeutschland und stellt Kontakte zu Industrieunternehmen her.

Arvid Speßhardt_270_110

Arvid Speßhardt ließ Abi und Studium für seinen Traumberuf Dackdecker sausen. Er ist Deutschlands bester Dachdecker 2013 und inzwischen auch Vizeweltmeister im Dachdecken 2014.