Während die IGLU-Studie Aufschluss über das System der Grundschule in den verschiedenen Ländern gibt und einen Vergleich dieser Systeme ermöglicht, soll mit Vera ein Unterstützungssystem für die einzelne Schule, den einzelnen Lehrer/die einzelne Lehrerin und das einzelne Kind geschaffen werden. Ab 2008 beteiligen sich alle Bundesländer am Projekt Vera.
Bei den Vergleichsarbeiten handelt es sich um schriftliche Arbeiten, die in jedem Teilnehmerland flächendeckend auf der Basis von standardgerechten Aufgaben eingesetzt werden mit dem Ziel, die Leistungen der Schülerinnen und Schüler an einem über die einzelne Klasse und Schule hinausgehenden Vergleichsmaßstab zu messen.
Bestandsaufnahme: Standardsicherung und -entwicklung
Durch den Vergleich mit Normwerten soll es der einzelnen Schule möglich sein, eine Bestandsaufnahme und damit Standortbestimmung durchzuführen und damit die eigene Arbeit zu objektivieren. Durch den innerschulischen Vergleich von Parallelklassen wird die Identifikation relativer Stärken und Schwächen erleichtert.
Die Aufgaben in Vera werden sich sowohl an den Bildungsstandards als auch an den Rahmenplänen orientieren. Vergleiche im zeitlichen Verlauf ermöglichen dabei eine Analyse von Trends.
Die Vergleichsarbeiten werden ab Mai 2007 in der dritten Klassenstufe geschrieben, so dass die im Rahmen der Auswertung zurückgemeldeten Daten eine Basis für die Arbeit in Klasse 4 bilden. Die zu den einzelnen Aufgaben gelieferten didaktischen Materialien geben Anregungen, auf guten Leistungen aufzubauen oder Minderleistungen zu korrigieren. Bei Gesprächsbedarf über den Rahmen der Schule hinaus stehen allen Kolleginnen die Vera – Koordinatoren der Schulamtsbezirke zur Verfügung.
Die Lehrkräfte werden aufgefordert, die Lösungshäufigkeiten der gewählten Aufgaben für ihre Klasse vorauszusagen. Der Vergleich der Voraussage mit den empirischen Werten bietet Möglichkeiten zur Erfassung und zum Training diagnostischer Kompetenzen.
Über die Zeit hinweg lassen sich damit Aussagen ableiten, ob sich die diagnostischen Kompetenzen auf Schul-/Landesebene verändern und ob sich dies auf das Leistungsniveau auswirkt.
Alle Arbeiten im Zusammenhang mit Vera erfolgen ausschließlich über die Nutzung des Internets. Dies macht einerseits die Sicherung der Ausstattung der Schulen notwendig und andererseits die tatsächliche Nutzung des PC und des Internet durch die Lehrkräfte.
VERA ist ein Test, der sich an den Standards der Grundschule orientiert, der aber keinesfalls vorrangig ein Systemmonitoring zum Ziel hat. VERA will einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung und zur Qualitätssicherung der einzelnen Schulen in den teilnehmenden Ländern leisten. Dementsprechend ist VERA sowohl inhaltlich als auch logistisch anders strukturiert als PISA oder IGLU.