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Wissenschafliches Wissen ist eine Ressource für die Gestaltung der Praxis

Fachtagung in der FHS Güstrow am 17.10.08
 
Mit Evaluationsstudien, large-scale-assessments, Leistungsvergleichen und anderen Spielarten der Bildungsforschung entsteht eine neue Form des Wissens im und über das Bildungssystem. Mit diesem Wissen ist der Anspruch verbunden, Entscheidungen und Steuerung auf eine empirische Grundlage zu stellen. Die Einrichtungen und Entscheidungsträger im Bildungssystem sind dabei mit einer weitgehend unbekannten Anforderung des Wissensmanagements konfrontiert, die in der bislang geführten Diskussion nur sehr unscharf als Output-Orientierung umrissen wird.“
(Harm Kuper, Rückmeldung und Rezeption von Forschungsergebnissen. Zur Verwendung wissenschaftlichen Wissens im Bildungsbereich. Münster u.a. 2006)
 
Diese Überlegungen waren der Ausgangspunkt für die Planung dieser Tagung in Güstrow. Eingeladen waren Professor Dr. Harm Kuper (Berlin) und Dr. Dorit Stenke (Sachsen). Den inhaltlichen Rahmen der Tagung umriss Dr. Frank Mehlhaff, Leiter des Referats Qualitätssicherung im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, in seiner Begrüßung.
 
Vorträge zum Herunterladen:
 
Vortrag Mehlhaff
 
Vortrag Kuper
 
Vortrag Stenke
 
Harm Kuper reflektierte in seinem Vortrag den Wandel von einem „in-put-orientierten“ zu einem „out-put“-orientierten Bildungssystem und machte deutlich, wie z.B. Vergleichsarbeiten als Diagnose-Instrument wirksam werden können. Auf der Basis seiner Forschungen konnte er den tatsächlichen Umgang mit Daten in der Schule konkretisieren und Perspektiven für einen differenzierten Umgang aufzeigen.
Dorit Stenke berichtete über das System und die Entwicklung der Externen Evaluation in Sachsen sowie die Einbindung dieses Qualitätsentwicklungsinstruments in das Rahmenmodell schulischer Qualität. Der Bericht aus Sachsen, wo mit der Externen Evaluation etwa 4 Jahre früher begonnen wurde, zeigte die vorbildlichen Strukturen des sächsischen Modells, aber auch, dass sich die Externe Evaluation in MV auf einem vergleichbar guten Weg befindet.
 
In der Diskussion der 150 Teilnehmer wurde deutlich, dass Schulen es als hilfreich ansehen würden, wenn sie für einen produktiven Umgang mit Daten aus Externer Evaluation, Vergleichsarbeiten und Prüfungen Hilfe bekommen würden. Eine „Auswertungsdidaktik“ (H.-G.Rolff) zu entwickeln könnte auf der Agenda der Unterstützungssysteme stehen.