Ministerium für Bildung,
Wissenschaft und Kultur
+49 385 588-7500
E-Mail
Stärkung der Kernkompetenzen durch Umgestaltung der Gymnasialen Oberstufe
Parallel zur Einführung des Abiturs nach 12 Jahren, also mit dem Schuljahr 2006/07, erfolgte
eine Neuorientierung der gymnasialen Oberstufe mit der Zielstellung, die Allgemeine Hochschulreife
durch einen breiteren Kanon an Pflichtfächern wieder zu verstärken. Wesentliche Elemente sind:
Hauptfächer in den Vordergrund stellen, Studierquote steigern, Schulen und Hochschulen in
akademischen Studienangeboten für Schüler verbinden und Deregulierung des Kurssystems.
Im Einzelnen gilt für die Qualifikationsphase Folgendes :
Jeder Schüler belegt sechs Hauptfächer: Deutsch, Mathematik, Geschichte und Politische Bildung,
eine Fremdsprache und eine Naturwissenschaft.
Zu diesen fünf Hauptfächern wählt der Schüler ein weiteres Hauptfach aus den Bereichen
Fremdsprachen oder Naturwissenschaften zu seiner Profilierung.

An Sport- bzw. Musikgymnasien kann zur Profilierung auch Sport bzw. Musik als Hauptfach gewählt
werden.
Die Hauptfächer werden vierstündig unterrichtet.
In diesen insgesamt sechs Hauptfächern findet der Unterricht weitgehend im Klassenverband
statt.
Zusätzlich muss jeder Schüler folgende 2-stündigen Fächer wählen:
· Religion/Philosophie
· Musik oder Kunst/Gestaltung
· Sport
Im Rahmen der Gesamtstundenzahl pro Semester sind weitere Wahlfächer zusätzlich wählbar, wie
· Geographie
· Wirtschaft
· Sozialkunde
· Informatik oder
· nicht gewählte bereits o. g. Fächer
Die Leistungen aller Hauptfächer und verbindlich zu wählenden Fächer, die innerhalb von vier Semestern in der gymnasialen Oberstufe erzielt wurden, müssen in die Gesamtqualifikation für die Hochschulreife einfließen.
Die Abiturprüfung umfasst vier schriftliche und eine mündliche Prüfung. Unter den fünf
Prüfungsfächern müssen die Hauptfächer Deutsch und Mathematik sein sowie eine Fremdsprache oder
eine Naturwissenschaft und Geschichte und Politische Bildung oder Religion/Philosphie. Das fünfte
Prüfungsfach kann vom Schüler aus seinen Fächern, Haupt- und Wahlfächern, frei gewählt werden. Zwei
der insgesamt fünf Prüfungsfächer, die aus den Hauptfächern zu wählen sind, werden doppelt
gewichtet. Sie werden schriftlich auf Leistungskursniveau geprüft.
Die besondere Lernleistung im Abitur ist möglich.
Durch die Belegung von mehr Pflichtfächern müssen die Schüler eine höhere Lern- und Arbeitsbereitschaft erbringen. Organisatorisch wird dies dazu führen, dass der Unterricht weitgehend in stabilen, gleichbleibenden Lerngruppen stattfindet. Dadurch werden die Sozial- und Selbstkompetenzen verbessert. Neben der Stärkung der Kernkompetenzen bleibt die Profilierungsmöglichkeit durch das sechste Hauptfach erhalten.