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Standorte des Produktiven Lernens

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Produktives Lernen

Produktives Lernen in Mecklenburg-Vorpommern

Produktives Lernen Die Anzahl der Schüler und Schülerinnen in Mecklenburg-Vorpommern, die die allgemein bildende Schule ohne jeglichen Abschluss verlassen, hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. 25% der Jugendlichen brechen ihre Erstausbildung ab. Einem hohen Prozentsatz der Absolventen bescheinigt die Wirtschaft eine mangelnde Ausbildungsreife. Um die Chancen der Schüler auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erhöhen, wurde in Mecklenburg-Vorpommern das Produktives Lernen als ein wesentlicher Bestandteil einer Flexiblen Schulausgangsphase eingeführt. In der Flexiblen Schulausgangsphase können Schüler/innen in mindestens 2 bis maximal 4 Schuljahren den für sie bestmöglichen Schulabschluss – die "Berufsreife", die "Berufsreife mit Leistungsfeststellung" sowie die "Mittler Reife" - erwerben.

Produktives Lernen ist eine Bildungsform, die die traditionelle Form des Unterrichts in den letzten Schuljahren ersetzt. Speziell entwickelte Unterrichtsmethoden, ein sehr hoher Praxisanteil, die Einrichtung von besonderen Lernwerkstätten und eine entsprechende zweijährige berufsbegleitende Lehrerausbildung sind der Schlüssel für eine hohe Erfolgsquote.

Grundlage des Produktiven Lernens ist eine gänzliche Reorganisation des Schulablaufs der Schüler/innen:

  • An drei Tagen in der Woche lernen die Schüler/innen an selbst gewählten Praxisplätzen in Betrieben und Einrichtungen sowohl praktisch als auch theoretisch. Sie erhalten am Praxisplatz einen auf den jeweiligen Beruf zugeschnittenen praxisnahen Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Jedem Schüler steht während des betrieblichen Lernens neben der Lehrkraft ein betrieblicher Mitarbeiter als Praxismentor zur Seite. Schule und Unternehmen arbeiten also Hand in Hand und sind im zu vermittelnden Lehrstoff aufeinander abgestimmt.
  • An zwei weiteren Tagen pro Woche lernen die Schüler/innen in der Schule auf der Basis ihrer Praxiserfahrungen sowie ihres Praxisfeldes. Die fachlichen und kulturellen Gegenstände werden zu Werkzeugen, um die eigene Praxis zu verstehen und das Handeln zu qualifizieren.
  • Die Schüler/innen erhalten eine Stunde Individuelle Bildungsberatung wöchentlich, in welcher die persönlichen Bildungsbedürfnisse mit den praktischen Erfahrungen und den gewählten kulturellen und fachlichen Themen verknüpft werden.
  • Als neue Methode des individualisierten Lernansatzes wird in der Schule eine Lernwerkstatt eingerichtet und mit Informations-, Arbeits- und Präsentationsmedien ausgestattet.

Das Produktive Lernen wurde in Zusammenarbeit des Bildungsministeriums und des Instituts für Produktives Lernen in Europa  im Dezember 2005 zunächst an fünf Regionalen Schulen (Lübz, Eggesin, Bad Doberan, Greifswald, Ribnitz-Damgarten ) und einer Gesamtschule ( Rostock) des Landes Mecklenburg-Vorpommern als Modellprojekt eingeführt und mit ESF-Mitteln (Fördervolumen 1,1 Mio. € bis 2007) gefördert. In der laufenden Pilotphase hat sich gezeigt, dass es im Land einen sehr hohen Bedarf an dieser Bildungsform gibt. Aus diesem Grund wird das Produktive Lernen ab dem Schuljahr 2008/09 zusätzlich an 19 weiteren Standorten ( Grevesmühlen, Wismar, Neukloster, 2x Rostock, Stralsund, Garz, Sassnitz, Grimmen, Wolgast, Anklam, Pasewalk, Neubrandenburg, Waren, Stavenhagen, Dömitz, Schwerin, Güstrow, Bützow ) im Land angeboten. Dafür werden bis zum Ende des Schuljahres 2013 3,15 Mio. € aus dem ESF-Fonds und zusätzlich 2,26 Mio. € aus Landesmitteln bereitgestellt.