Produktives Lernen in Mecklenburg-Vorpommern
Die Anzahl der Schüler und Schülerinnen in
Mecklenburg-Vorpommern, die die allgemein bildende Schule ohne jeglichen Abschluss verlassen, hat
sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. 25% der Jugendlichen brechen ihre Erstausbildung
ab. Einem hohen Prozentsatz der Absolventen bescheinigt die Wirtschaft eine mangelnde
Ausbildungsreife. Um die Chancen der Schüler auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erhöhen,
wurde in Mecklenburg-Vorpommern das
Produktives Lernen
als ein wesentlicher Bestandteil einer Flexiblen Schulausgangsphase eingeführt. In der
Flexiblen Schulausgangsphase können Schüler/innen in mindestens 2 bis maximal 4 Schuljahren den für
sie bestmöglichen Schulabschluss – die "Berufsreife", die "Berufsreife mit
Leistungsfeststellung" sowie die "Mittler Reife" - erwerben.
Produktives Lernen ist eine Bildungsform, die die traditionelle Form des Unterrichts in den letzten Schuljahren ersetzt. Speziell entwickelte Unterrichtsmethoden, ein sehr hoher Praxisanteil, die Einrichtung von besonderen Lernwerkstätten und eine entsprechende zweijährige berufsbegleitende Lehrerausbildung sind der Schlüssel für eine hohe Erfolgsquote.
Grundlage des Produktiven Lernens ist eine gänzliche Reorganisation des Schulablaufs der Schüler/innen:
Das Produktive Lernen wurde in Zusammenarbeit des Bildungsministeriums und des Instituts für Produktives Lernen in Europa im Dezember 2005 zunächst an fünf Regionalen Schulen (Lübz, Eggesin, Bad Doberan, Greifswald, Ribnitz-Damgarten ) und einer Gesamtschule ( Rostock) des Landes Mecklenburg-Vorpommern als Modellprojekt eingeführt und mit ESF-Mitteln (Fördervolumen 1,1 Mio. € bis 2007) gefördert. In der laufenden Pilotphase hat sich gezeigt, dass es im Land einen sehr hohen Bedarf an dieser Bildungsform gibt. Aus diesem Grund wird das Produktive Lernen ab dem Schuljahr 2008/09 zusätzlich an 19 weiteren Standorten ( Grevesmühlen, Wismar, Neukloster, 2x Rostock, Stralsund, Garz, Sassnitz, Grimmen, Wolgast, Anklam, Pasewalk, Neubrandenburg, Waren, Stavenhagen, Dömitz, Schwerin, Güstrow, Bützow ) im Land angeboten. Dafür werden bis zum Ende des Schuljahres 2013 3,15 Mio. € aus dem ESF-Fonds und zusätzlich 2,26 Mio. € aus Landesmitteln bereitgestellt.