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Hansa-Gymnasium Stralsund
Während einer Jahrgangsstufenkonferenz der 6. Klassen entstand die Idee, das Thema „Antike“ fächerverbindend zu unterrichten. Kolleginnen und Kollegen der Fächer Geschichte,Deutsch, Philosophie, Mathematik, Physik, Informatik, Kunst,Musik, Englisch, Geographie und Sport entschieden sich, das Projekt „Schufen die Götter Griechenland?“ gemeinsam zu gestalten und die Unterrichtsinhalte der Einzelfächer zu verzahnen. Über fünf Monate beschäftigte sich der Fachlehrgang Geschichte mit der Antike und in „Zeitzonen“ korrelierten andere Einzeldisziplinen mit der Vermittlung themenverwandten Wissens, „dockten“ auf diese Weise an das Leitfach. Über einen Zeitstrahl verschafften sich das Jahrgangsteam und Schüler Orientierung.
Die Schülerinnen und Schüler bildeten für das Projekt Tandems. Je zwei arbeiteten an bestimmten Lernaufträgen. Beispiele dafür sind: „Wie könnte die Musik im alten Griechenland geklungen haben?“,„Mit welchen Maßeinheiten wurden in der Antike Längen,Massen und Rauminhalte gemessen?“,„Konnte Archimedes die Welt aus den Angeln heben?“. Jeder Schüler und jede Schülerin erhielt die Aufgabe, eine Projektmappe mit Antworten auf die Fragen aus den Fachbereichen herzustellen. Die gelösten Aufgaben wurden nach Absprache mit Fachzensuren bewertet.Die Projektmappe enthielt ebenfalls ein Lerntagebuch, das die Arbeit im Team widerspiegelte. Der gesamte Informatikunterricht stellte sich auf die Forschungsarbeit ein.
Die Online-Plattform SCHOLA-21 mit Tools computerbasierter Kommunikation und projektmethodischer Ausrichtung, ermöglicht Schülern in selbstbestimmter Weise alle Phasen eines Projektes zu bewältigen. Die Lernplattform schien geeignet und war kostenfrei. Mit SCHOLA-21 wurden die eigenen Lernintentionen auf die Interessen der Gemeinschaft abgestimmt, vorausgeplant, Arbeitsschritte und deren Folgen dokumentiert, Lernverträge aufgesetzt, mit außerschulischen Partnern (z.B. Pergamonmuseum zu Berlin) kommuniziert oder Denkkarten erstellt. Der Informatikunterricht war verlässliche Präsenzzeit für den Projektunterricht und ermöglichte den Schülern den Zugriff auf einen Lernberater. Ideen und Beiträge wurden über die wöchentliche Präsenzzeit hinaus auch am Nachmittag in den geöffneten PC-Laboren ihrer Ganztagsschule nachgesetzt oder abendlich von zu Hause ergänzt. Die Schüler eroberten sich neues Territorium, wobei weder sie überfordert noch die Lehrkräfte beschnitten wurden. Während im Fachunterricht gewonnenes Wissen in einem „Antikeordner“ handschriftlich aufgezeichnet wurde, schalteten die Schüler im Projektunterricht die Computer ein, um in Arbeitsgruppen selbstständig den eigenen Fragen nachzugehen. „Wir wollten herausfinden, ob es in der Antike Schulen gab oder die Götterwelt reine Phantasie ist?“, so damals Nora (12). Mit dem Hochfahren der Rechner wurden zeitgleich die Schulmappen geöffnet und die unterschiedlichsten Materialien, wie Bettlacken, Alufolie, Kleber, Schere, Lorbeerblätter, Bildbände und Fotos von Reisen nach Rom und Griechenland, sogar Briefmarken und Zeitschriften, je nachdem welche Interessen die einzelnen Arbeitsgruppen damit verfolgten, hervorgeholt. Surfen durch Lernprozesse
Das Jahrgangsteam war in dieser Lernkonzeption mit neuen Aufgabenfeldern konfrontiert. Die selbstständigen Prozesse im Projektunterricht waren rückzumelden, zu beobachten und zu reflektieren. Da während der Projektunterrichtszeit lediglich der Informatiklehrer an der Seite seiner Schüler stand, waren die anderen Kollegen mitverantwortlich in gleicher Weise wie dieser, die Lernprozesse zu verfolgen. Durch die verwendete Plattform wurde das jedoch möglich. Das Surfen der Lehrkräfte bezog sich auf Lerntagebücher, Lernverträge, Arbeitspläne und Ergebnisdarstellungen. Rückmeldungen wurden unter anderem vor, in oder nach der eigenen Fachunterrichtszeit oder schriftlich via Mail, gegeben. „Das war zum einen komfortabel, aber auch sehr ungewohnt.“, so Andre Koll. Arbeit an Freien Lernorten
Der Stundenplan der Klasse änderte sich während der Projektdurchführung nicht.Während der festgesetzten Unterrichtsstunden konnten die Schülerinnen und Schüler selbstständig entscheiden, in welcher Form sie ihr Thema bearbeiten und welche Medienangebote sie nutzen wollten. Zur Verfügung standen der Klassenraum und ein Computerarbeitsraum, aber auch andere Freie Lernorte. In Absprache mit der jeweiligen Lehrkraft gab es auch die Möglichkeit, die Stadtbibliothek oder das Kulturhistorische Museum aufzusuchen sowie Expertinnen und Experten außerhalb der Schule zu befragen. Zur Verfügung standen für bestimmte Arbeiten Materialien zum Herstellen von Modellen, zum Beispiel von Mosaiken im Kunstunterricht. Auf Stellwänden wurden zwischenzeitlich Arbeitsergebnisse visualisiert, präsentiert oder ein Feedback erwartet. Zusätzliche Informationen
Schulen ans Netz hat das Projekt veröffentlicht.
Das Projekt des Monats wurde von Dr. Sabine Schweder aufgearbeitet und an der Schule beraten und begleitet. |