Dr. Jan Hartmann
Dezernent für Medienpädagogik
L.I.S.A. M-V
Telefon: (03 85) 76017 - 47
E-Mail:
j.hartmann@lisa-mv.de
Der Schulversuch Pumukl – Primarunterricht multimediales kreatives Lernen
- ein innovatives Projekt zur Schulentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Jan Hartmann, Medienpädagogisches Zentrum des L.I.S.A., Projektleiter
Schul- und Modellversuche stellen eine Möglichkeit der Profilbildung der Schule dar und dienen der Innovation im Bildungswesen. Sie sind ein wichtiges Instrument Fragen der Schulentwicklung modellhaft zu beantworten und Musterlösungen zu erarbeiten.
Dem Einsatz des Computers in der Grundschule wird auch heute noch mit einiger Skepsis begegnet. Ist dieser Einsatz mit einer Veränderung des Unterrichtskonzeptes, einer sinnvollen Ausstattung und geeigneter Unterrichtssoftware verbunden, dann kann der Computer auch bzw. gerade an Grundschulen zu einer Erhöhung des selbstständigen, kooperativen und eigenverantwortlichen Lernens führen und einen Beitrag zur Entwicklung von Medienkompetenz leisten.
Ausgangssituation und Ziele
Dem Computereinsatz in der Grundschule waren in der Vergangenheit nur wenige Modell- und Schulversuche in der Bundesrepublik gewidmet. Zu wenig geeignete Grundschulsoftware und zu hohe Anforderungen an die technische Kompetenz der Nutzer stellten den Einsatz im Primarbereich in Frage.
Erst mit der Entwicklung multi- und hypermedialer Unterrichtssoftware und der Vereinfachung ihrer Handhabung wurde ein qualitativ neuer Schritt über den Stand der verbreiteten Übe- und Trainingsprogramme hinaus getan.
Verbunden mit geeigneten reformpädagogischen Ansätzen wie Wochenplanarbeit, Freiarbeit, Arbeit in Kleingruppen kann der Computer als ein Medium neben anderen auch in den Unterricht der Grundschule sinnvoll integriert werden.
Am Schulversuch Pumukl waren 8 Grundschulen des Landkreises Demmin (Vorpommern) beteiligt. Diese Schulen sind repräsentativ für die Region, deren Einzugsbereiche Kleinstädte und ländliche Gemeinden umfassen. Es handelt sich um zwei kleine Schulen, vier große und 2 Verbundschulen (Realschulen mit Grundschulteil). In allen 3. und 4. Klassen dieser Grundschulen werden je ein Multimedia-PC pro Klasse eingesetzt. Dieser Computer ist Bestandteil einer Medienecke, die nach den Gegebenheiten „Vor-Ort“ durch Bücher, Zeitschriften, Bastelmaterialien u.ä. ergänzt wird.
Gleichzeitig wurde ein handlungsorientiertes Fortbildungskonzept entwickelt, das die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Grundschulen des Landes sichern soll.
Am Schulversuch, der im Zeitraum 1996 - 1999 durchgeführt wurde, waren 47 Lehrer und 1010 Schüler beteiligt.
Mehr Informationen zum Schulversuch finden Sie im
Artikel des
LogIn-Verlages 20/2000.