Fachtag: Das IntraActPlus-Konzept für Kinder mit einer emotional-sozialen Entwicklungsstörung

07.09.2017

Anmeldeschluss war der 13. September 2017

Zum Inhalt des Fachtages:
Bindungsstarke Schüler und Schülerinnen mit guten Lernerfahrungen reagieren kooperativ auf Sprache und finden sehr viele Lernstrategien und Lernwege selbstständig heraus. Mit ihrem gesamten Verhalten und ihren inneren Einstellungen machen sie es ihren Bezugspersonen in der Schule und in ihren Familien leicht.
Ganz anders verhält es sich mit Schülern und Schülerinnen, die von einer emotional-sozialen Entwicklungsstörung betroffen sind und vielleicht noch zusätzlich unangenehme Lernerfahrungen gemacht haben. Sie reagieren in vielen Situationen uneinsichtig, neigen zu Widerständen und Aggressionen. Darüber hinaus entscheiden sich viele dieser Kinder für besonders ungünstige Lernstrategien und Lernwege oder versuchen das Lernen ganz zu vermeiden. Der hierdurch eintretende geringe Lernerfolg macht die Gesamtsituation noch schwieriger.
Eine entscheidende Besonderheit von Schülerinnen und Schülern mit einer emotional-sozialen Entwicklungsstörung ist ihr Umgang mit Sprache. In Konfliktsituationen können Bezugspersonen sie nicht ausreichend durch Sprache erreichen und so keinen ausreichendenden Einfluss auf ihr Verhalten nehmen. In solchen Augenblicken fokussieren die betroffenen Schülerinnen und Schüler ihre Wahrnehmung ganz auf die nicht-sprachlichen Kommunikationssignale ihrer Bezugspersonen. Diese Fokussierung findet weitgehend unbewusst statt und hat massive Folgen. Evolutionär alte Hirnstrukturen bekommen in entscheidenden Bereichen der Informationsverarbeitung die Oberhand und steuern das Verhalten nach völlig anderen Gesetzmäßigkeiten. Wenn sich jetzt die Bezugspersonen in Schule und Familie in gleicher Weise verhalten, wie es bei bindungs- und lernstarken Kindern erfolgreich ist, kommt es zu katastrophalen Zuständen. Widerstände und Aggressionen werden noch stärker und treten häufiger auf.
Damit Bezugspersonen von Schülerinnen und Schülern mit einer emotional-sozialen Entwicklungsstörung erfolgreich handeln können, werden in dieser Fortbildung folgende Schwerpunkte behandelt:
1. Gesetzmäßigkeiten der unbewussten Informationsverarbeitung von sozialen Reizen
2. Beurteilung häufigen Verhaltens der Bezugspersonen unter Berücksichtigung dieser
    Gesetzmäßigkeiten
3. Alternative Verhaltensmöglichkeiten
4. Wahrnehmungstraining von unbewussten Verhaltenssignalen
5. Wege zur Veränderung ungünstiger Lernwege und Lernstrategien
6. Ein Gesamtkonzept zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit einer emotional-
    sozialen Entwicklungsstörung

Darauf werden Frau Miriam Haferkamp vom IQ M-V in ihrer Eröffnung und Moderation sowie der Referent, der Lernexperte Dr. Fritz Jansen ausführlich eingehen.

Die Veranstaltung im LKV in der Speicherstraße 11 in 18273 Güstrow findet am Donerstag, den 21. September 2017 von 09:30 bis 16:00 Uhr statt.

Reisekosten werden gemäß des Landesreisekostengesetzes abgerechnet.

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